Mythos Rungholt sorgt für spannenden Ausflug

Ausflug
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Mit über 40 Teilnehmern –Mitglieder und Nichtmitglieder
- fuhr die Stiftung Krinkberg e.V. mit dem Bus nach Husum zur Sonderausstellung im Nissenhaus „Rungholt –
rätselhaft und widersprüchlich“. Dort wurden sie von zwei kompetenten Fachleuten durch die Ausstellung geführt.

Die Teilnehmer erfuhren viel über die Funde im Wattenmeer besonders im Bereich der heutigen Inseln Nordstrand und Pellworm. Diese Reste von Besiedlung treten immer dann zutage, wenn an der Nordseeküste sich wieder einmal eine Sturmflut ausgetobt hat. Darunter auch das bei der vom 15. bis 17. Januar 1362, der sogenannten Manndränke, bis heute durch Sand und Schlick überdeckte Schleusentor, das wohl größte Bauwerk im 14. Jahrhundert an der Nordseeküste. Im Watt gefunden wurden auch Malsteine für Getreide, Keramiken zum Teil sogar aus dem Orient, Schwerter aus England und Zaumzeug für Pferde. Die gefundenen Mauerreste mit holländischen Ziegeln waren vermutlich die restlichen Teile von Kirchen oder kirchlichen Einrichtungen. Die konnten sich nämlich das teure Baumaterial aus Holland leisten.

Überhaupt sind bei der Manndränke 1362 über 20 Kirchengebäude auf Warften im nordfriesischen Watt zerstört worden. Ein Zeichen dafür, dass schon damals die Sicherungen durch Deiche und Warften für Tiere und Menschen nicht ausreichend waren.

Warum ist die Siedlung Rungholt im Watt der nordfriesischen Inseln, die 1362 bei der dreitägigen Flut damals noch auf dem Festland gelegen haben soll, so „rätselhaft und widersprüchlich“? Außer den übers heutige Watt verteilten Funden vor Ort gibt es so gut wie keinen schriftlichen Nachweis, wo dieser Handelsplatz gelegen haben könnte. Schon der Dichter Detlef von Liliencron hat in seinem Gedicht „Trutz blanke Hans“ sich sehr 

mystisch über den Untergang von Rungholt geäußert.

Sicher ist, dass bei der Manndränke 1362 an der nordfriesischen Küste mehrere tausend Menschen umkamen, weil die Sicherungsdeiche zu niedrig waren und durch die Salzgewinnung aus Torf sowie durch die Entwässerungssysteme sich das Land abgesenkt hatte. So konnte die Nordsee bei der Sturmflut mit ihren Wassermassen fast ungehindert bis zur heutigen Stadt Husum gelangen, die seitdem an der Nordsee liegt.

Nach dem eindrucksvollen Besuch der Sonderausstellung im Nissenhaus in Husum über den Untergang der Stadt Rungholt in der Nordsee fuhren die Teilnehmer dann durch die Halbinsel Eiderstedt zunächst noch nach Katingsiel, um dort in Andresens Schankwirtschaft eine Kaffeepause einzulegen. Dann ging es aber zügig im Bus zurück nach Schenefeld.

Text:Dirk Kramer